OPSON VIII – #Lebensmittel #Betrug mit Kaffee


„In einzelnen Fällen wurden Arabicabohnen durch preisgünstigere Robustabohnen ausgetauscht“

Bei der diesjährigen von Europol und INTERPOL koordinierten Operation OPSON VIII haben sich 13 europäische Staaten zusammengetan, um gemeinsam etwaige Betrugsfälle bei Kaffee zu verfolgen. In Deutschland, Portugal und der Schweiz wurden in neun Fällen preisgünstige Robustabohnen in „Arabica“-Kaffee nachgewiesen. Dies teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit, welches die Schwerpunktaktion koordinierte. In Deutschland beteiligten sich neben den Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer auch der Zoll und das Bundeskriminalamt an der Operation.

Während der sechswöchigen Kernphase der Operation von Anfang Januar bis Mitte Februar prüften die Lebensmittelüberwachungsbehörden in Deutschland über 1,5 Tonnen gerösteten sowie gemahlenen Kaffee. Bei den 134 Kontrollen wurde der als 100 % Arabica deklarierte Kaffee auf einen Nachweis von Robustabohnen hin untersucht.

Von der Lebensmittelüberwachung konnte in drei Fällen (ca. 2 % der untersuchten Proben) eine Irreführung festgestellt werden. Dabei reichten die ermittelten Robusta-Gehalte von ca. 7 % bis hin zu 100 %. Die Arabicapflanze (Hochlandkaffee) ist im Anbau anspruchsvoller als die widerstandsfähigere Robustapflanze. Sind die Bohnen optisch noch zu unterscheiden, wird eine genaue Bestimmung schwierig, sobald der Rohkaffee geröstet und gemahlen wurde. Zum Nachweis von Anteilen der Robusta-Kaffeebohne wurden die Proben auf den Gehalt von 16-O-Methylcafestol untersucht, welcher nur in Kaffeebohnen der Art Robusta enthalten ist.

Liegen alle Ergebnisse vor, wird auf europäischer Ebene ein Gesamtbild zu Ausmaß und Strukturen beim Kaffeebetrug erstellt. Weitere Folgemaßnahmen können ergriffen werden, auch über das Ende der Operation OPSON VIII hinaus.

Mit der weltweiten Aktion OPSON gehen Europol und INTERPOL seit dem Jahr 2011 koordiniert gegen Food Fraud (Lebensmittelkriminalität) vor. Weltweit haben sich insgesamt 77 Staaten mit verschiedenen Untersuchungszielen an OPSON VIII beteiligt. Bei der diesjährigen Schwerpunktaktion gab es erstmalig eine Laborkooperation auf nationaler und europäischer Ebene. Dies stärkt die zwischenbehördliche Zusammenarbeit auch im Bereich der Analytik. Analytikfragen spielen eine Schlüsselrolle bei der effektiven Bekämpfung von Food Fraud (Lebensmittelkriminalität).

 

 

 

 

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